Sukkulenten 1x1

Sukkulenten 1x1

Sukkulenten 1x1

Man könnte fast meinen, dass der Name Sukkulenten eine komplett eigene Pflanzenfamilie beschreibt. Jedoch ist dies weit gefehlt, denn Sukkulenten bilden gerade keine eigene Pflanzenfamilie. Was du als Pflanzenliebhaber unbedingt über Sukkulenten wissen solltest und was beim Umgang mit Sukkulenten zu beachten ist, erfährst du in diesem Artikel.

 

Was sind Sukkulenten? 

Sukkulenten erhielten ihren Namen von dem lateinischen Wort „suculentus“, was so viel wie „saftreich“ bedeutet. Der Grund für diese Bezeichnung ist, dass Sukkulenten sogenannte Wasserspeicher in ihren Stämmen, Blättern und Wurzeln tragen und deshalb sehr lange ohne Wasser auskommen. 

Bei den Sukkulenten handelt es sich also um keine eigene Pflanzengruppe - auch wenn das eine verbreitete Meinung darstellt. Sondern der Name beschreibt lediglich eine „Wasser speichernde“ Eigenschaft, welche alle diese Pflanzen aufweisen.

Sukkulenten kommen daher in zahlreichen Pflanzenfamilien vor, wie beispielsweise den Agavengewächsen, Mittagsblumengewächsen, Spargelgewächsen und vielen mehr. Aufgrund ihres Vorkommens in zahlreichen Pflanzenfamilien, haben die Sukkulenten auch nicht einen einzigen Ursprungsort, sondern dementsprechend viele.

Sukkulenten sind außer in den polaren Regionen auf jedem Kontinent zu finden. Gemeinsam haben sie alle, dass sie an ihrem Standort über einen bestimmten Zeitraum ohne Wasser auskommen müssen um  Trockenperioden zu überstehen. Sukkulenten erweisen sich daher auch als sehr pflegeleicht. Darüber hinaus haben Sukkulenten die einzigartige Fähigkeit, die Luft zu reinigen und die sich darin befindlichen Schadstoffe zu beseitigen. 

 

Welche Sukkulenten-Arten gibt es?

Sukkulenten werden in Stammsukkulenten, Blattsukkulenten und Wurzelsukkulenten unterschieden, wobei auch alle Kombinationen möglich sind. 

  • Stammsukkulenten:

Stammsukkulenten benutzen dicke und fleischige Sprosse, den Stamm, als Wasserspeicher, für die Zeit der Dürre aber auch als Hitzeschutz. Meist fehlen diesen Sukkulenten die Blätter. Die Photosynthese wird ebenfalls durch den Stamm übernommen. Die bekanntesten Stammsukkulenten sind Kakteen, aber auch einige Wolfsmilchgewächsen (Euphorbiaceae)

  • Blattsukkulenten:

Balttsukkulenz tritt bei Pflanzen in sehr trockenen und heißen Gebieten auf. Die Blätter werden als Speicherorgane für Wasser umgestaltet und verhindern dadurch gleichzeitig eine Überhitzung der Blätter. Zu den Blattsukkulenten zählen zum Beispiel Pflanzen der Gattung Aeonium. 

  • Wurzelsukkulenten:

Wurzelsukkulenz tritt wesentlich seltener auf als Blatt- oder Stammsukkulenz. Das Wasserspeichergewebe hat sich bei dieser Form in den Bereich der Wurzel verlagert. Es dient zur Verringerung von Verdunstung und zur Abwehr von Fressfeinden. Hierzu gehören zum Beispiel einige Arten der Gattung Oxalis (Oxalidacea).

 

Was ist der Unterschied zwischen Sukkulenten und Kakteen?

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass alle Kakteen auch gleichzeitig Sukkulenten sind, was im Grunde auch der Wahrheit entspricht.

Jedoch der Umkehrschluss, dass alle Sukkulenten auch Kakteen sind, ist nicht richtig. Kakteen machen nur einen kleinen Teil aller existierenden Sukkulenten aus, sie bilden aber die bekannteste Gruppe der sukkulenten Pflanzen.

Im Sprachgebrauch wird deshalb zwischen Kakteen und “anderen” Sukkulenten unterschieden. 

  • Der entscheidende Unterschied zwischen Kakteen und Sukkulenten besteht in den Areolen - wollige, runde oder ovale Knubbeln aus denen die Dornen der Kakteen ragen. Sie sind nicht immer eindeutig sichtbar, aber bei jedem Kaktus vorhanden. Bei den Nicht-Kakteen-Sukkulenten fehlen diese Areolen. 
  • Darüber hinaus tragen Kaktuspflanzen wenige bis gar keine Blätter, was sie auch von Sukkulenten wesentlich unterscheidet. 
  • Ein weiterer Unterscheidungsfaktor ist der verschiedene Herkunftsort. Die Heimat der Kakteen beschränkte sich ursprünglich nur auf den amerikanischen Kontinent, wohingegen Sukkulenten, die keine Kakteen sind, auch aus anderen Teilen der Welt stammen. 

Zu den Nicht-Kaktus-Sukkulenten gehören zum Beispiel: 

  • Aloe 
  • Agave, Yucca, Chlorophytum
  • Crassula 
  • Hoya 
  • Sansevieria 
  • Wolfsmilchgewächse

Insbesondere mit den Wolfsmilchgewächsen (Euphorbiaceae) werden Kakteen oft verwechselt. Diese Gruppe bildet die sechstgrößte Pflanzenfamilie der Erde, wobei ganze 10% aller Wolfsmilchgewächse zu den Sukkulenten gehören. Das heißt, auch innerhalb einer Pflanzengattung können manche Arten „Wasser speichernd“ sein und manche nicht. Typisch für Wolfsmilchsarten ist - im Gegensatz zu Kakteen - der giftige Milchsaft den alle Arten dieser Gattung ausbilden und der sich in allen Pflanzenteilen befindet.

 

In welchen Pflanzenfamilien kommen Sukkulenten vor?

Auf  der Welt gibt es sehr viele verschiedene Pflanzenfamilien, unter welchen zumindest eine Art von Sukkulenten vorzufinden ist. In diesem Abschnitt werden dir die größten Pflanzenfamilien vorgestellt, in denen Sukkulenten vorkommen: 

  • Agavengewächse (Agavaceae)

Zu den größten Pflanzenfamilien der Sukkulenten gehören die Agavengewächse. Von etwa 400 Arten weisen ca. 310 die sukkulente Eigenschaft auf. Die Hauptgattungen sind Agave und Yucca, mit ausgeprägter Blattsukkulenz bei den Agaven. Bei der Yucca ist die Blattsukkulenz nicht so ausgeprägt. Aber auch Chlorophytum ist eine den Agavengewächsen angehöriger Vertreter mit Wurzelsukkulenz. 

  • Mittagsblumengewächse (Aizoaceae)

Eine weitere Pflanzenfamilie, die sich zu den Sukkulenten zählt, ist die Familie der Mittagsblumengewächse. Von etwa 1945 Arten sind praktisch alle als sukkulent anzusehen. Diese Pflanzenfamilie weist alle 3 Arten der Sukkulenten auf: Blatt-, Stamm- und Wurzelsukkulenten. 

  • Hundgiftsgewächse (Apocynceae)

Die Hundgiftsgewächse gehören zu den Sukkulenten, wobei von ihren 4555 Arten, etwa 1150 sukkulent sind. Diese unterteilen sich in Blatt- und Stammsukkulenten. Zu den Apoynaceae gehören unter anderem die Hoya und Ceropegia.
  • Affodillgewächse (Asphodelaceae)

Eine weitere Pflanzenfamilie der Sukkulenten sind die Affodillgewächse. Von ihren 785 Arten, gehören etwa 620 zu den Sukkulenten, die allesamt Blattsukkulenten darstellen. Beispiele dieser Familie sind Haworthia und Gasteria.

  • Ananasgewächse (Bromeliaceae)

Die Ananasgewächse weisen von ihren 2790 Arten, lediglich 310 Sukkulenten auf, die alle Blattsukkulenten sind. 

  • Kakteengewächse (Cacraceae)

Von etwa 1890 Arten zählen sich alle Kakteen zu den Sukkulenten. Lepismium und Rhipsalis zählen zum Beispiel zu den Dschungelkakteen. Aber auch der Feigenkaktus (Opuntia) gehört zu dieser Familie. 

  • Dickblattgewächse (Crassulaceae)

Von den Dickblattgewächsen sind - laut ihrem Namen - fast alle Blattsukkulent, einige sind zusätzlich auch noch stammsukkuelnt oder wurzelsukkulent. In diese Familie gehört unter anderem die Echeveria und Crassula Arten. 

  • Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) 

Wolfsmilchgewächse sind eine weitere Pflanzenfamilie, die sich 6745 verschiedene Arten unterteilen, wovon etwa 880 sukkulent sind. Wolfsmilchgewächse treten meist als blattlose Stammsukkulenten auf, wobei jedoch einige wenige auch zu den Blatt- und Wurzelsukkulenten gehören. Euphorbia ist ein Vertreter dieser Pflanzenfamilie.

  • Orchideen (Orchidaceae) 

Die summenmäßig größte Pflanzengruppe, die zu den Sukkulenten gehören, ist die Familie der Orchideen. Von rund 22000 Arten sind etwa 4500 sukkulent. Diese sind vorwiegend blattsukkulent, aber in einigen Fällen auch stammsukkulent. 

 

Wie pflege ich Sukkulenten? 

Sukkulenten sind perfekt für Pflanzeneinsteiger, für Menschen die oft unterwegs sind oder wenig Zeit zum gießen haben. Denn aufgrund ihrer Fähigkeit Wasser zu speichern, verkraften sie eine nachlässige Pflege deutlich besser als die meisten anderen Zimmerpflanzen. 

  • Standort

Damit Sukkulenten gut gedeihen können, sollten sie das ganze Jahr über  an einem hellen Ort platziert werden. 

Im  Sommer bietet sich für sukkulente Zimmerpflanzen auch ein Platz im Freien an, wobei manche Arten vor der prallen Sonne oder auch Regen geschützt werden müssen. Wenn die Tagestemperaturen jedoch unter 15 ºC sinken, solltest du die Sukkulenten wieder in die Wohnung holen.  

  • Wässern

Im Sommer sollten Sukkulenten zwar nur wenig, aber trotzdem regelmäßig mit Wasser versorgt werden. Das oberer Substrat kann bis zur nächsten Wassergabe vollständig austrocknen - je nach Temperatur, Jahreszeit und Pflanze kann dies unterschiedlich lange dauern.

Nässe schadet Sukkulenten deutlich mehr als Trockenheit. Übermäßiges wässern aber auch Staunässe, führen zum Faulen der Wurzeln und letztlich zum Sterben der Pflanze. Deshalb sollte überschüssiges Gießwasser nach etwa 15 Minuten aus dem Untersetzer entfernt werden. 

Im Winter wird das gießen eingeschränkt, da die meisten Sukkulenten in dieser Zeit eine Ruhepause einlegen. 

  • Substrat

Das Substrat der Sukkulenten sollte idealerweise eine ähnliche Zusammensetzung wie der Boden im natürlichen Habitat der Pflanze aufweisen. In jedem Falle sollte die Sukkulentenerde gut wasserdurchlässig sein. 

  • Tier- und Kinderfreundlichkeit

Nicht alle Sukkulenten sind Tier- und Kinderfreundlich, da manche Sukkulenten-Arten giftige Pflanzenteile aufweisen. Zu den giftigen Sukkulenten gehören unter anderem Wolfsmilchgewächse, Aloe Vera und der Weihnachtsstern.