Bio Zimmerpflanzen

Bio Zimmerpflanzen

Bio Zimmerpflanzen

Bio-Pflanzen oder fachlich ganz korrekt Bio-Zierpflanzen sind im Handel noch ein Nischenprodukt. Laut der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) werden tatsächlich nur 1,7 Prozent der Zierpflanzen in Deutschland ökologisch erzeugt. Dabei haben zertifizierte Bio-Pflanzen gleich mehrere Vorteile.


Erfahre in diesem Artikel:

  • Was sind Bio-Zierpflanzen
  • Wie erkenne ich Bio-Zierpflanzen
  • Nachhaltige Produktion, aus integriertem Pflanzenanbau, naturnah, aus kontrolliertem Anbau: Sind das Bio-Pflanzen?
  • Warum solltest du Bio-Zierpflanzen kaufen? 5 Gründe die dafür sprechen

Was sind Bio-Zierpflanzen?

Pflanzen, die in einer zertifizierten Bio-Gärtnereien gezüchtet werden, dürfen Bio-Zierpflanzen genannt werden. Darunter fallen Stauden, Schnittblumen und Topfpflanzen. 

Die Züchter müssen bei der Pflanzenzüchtung die Vorgaben der EU-Öko-Verordnung oder der noch enger gefassten Richtlinien der Anbauverbände befolgen. Zu den Anbauverbänden gehören zum Beispiel Demeter, Naturland und Bioland. 

Wenn du also eine zertifizierte Bio-Pflanze kaufst, kannst du dir sicher sein, dass sie folgende Kriterien erfüllt.

Biologisch produzierte Pflanzen sind:

  • frei von chemischen Pflanzenschutzmitteln
  • frei von synthetischen Düngern
  • frei von Herbiziden
  • frei von Gentechnik
  • frei von chemischen Hemmstoffen, die Pflanzen künstlich klein und kompakt halten
  • umweltschonend produziert und transportiert
  • in Erden mit geringem Torf-Anteil gewachsen 

Es ist das Trio „bio, regional und fair“, das sowohl natürliche als auch menschliche Ressourcen schont.



Wie erkenne ich Bio-Zierpflanzen?


Eine ökologisch aufgezogene Pflanze zwischen den ganzen anderen Grünpflanzen in der Gartenabteilung zu erkennen ist ganz leicht, wenn man weiß wie man sie identifizieren kann. Denn nicht alles was auf den kleinen Kärtchen im Blumentopf der Pflanzen in Gärtnereien, Baumärkten oder im Supermarkt steht, bedeutet gleich ein hochwertiges Bio-Produkt. 


Damit eine ökologisch aufgezogene Pflanze vom Verbraucher erkannt wird, sind diese mit einem Siegel gekennzeichnet. Es sind die gleichen Logos die auch bei Lebensmitteln eingesetzt werden und daher schon bekannt sind: 

1. EU-Öko-Logo

Mit dem Bio-Logo erhalten in der EU biologisch erzeugte Produkte ein einheitliches Erkennungszeichen. Alle Pflanzen die dieses Siegel haben, wurden gemäß der EU-Verordnung für biologische Landwirtschaft produziert. Wer das Logo auf die Verpackung seiner Pflanzen drucken darf, prüft eine zugelassenen Kontrollstelle. Das heißt, dass die Pflanzen die strengen Bedingungen für die Herstellung, die Verarbeitung, den Transport und die Lagerung erfüllen. 


Neben dem EU-Bio-Logo müssen eine Codenummer der Kontrollstelle und der Ort stehen, an dem die landwirtschaftlichen Rohstoffe des Produkts erzeugt wurden. In der Europäischen Union gibt es eine einheitliche Schreibweise, die dem Schema AB-CDE-999 folgt. Für Deutschland lautet die Kennzeichnung also DE-ÖKO-### (Nummer der Kontrollstelle).


Weitere Informationen zum EU-Bio-Logo erhaltet ihr auf der Website der Europäischen Komission.


Wenn du also dieses Logo auf dem Topf oder Etikett der Pflanze siehst, kannst du dir sicher sein, dass es sich um eine nachhaltig gezüchtete Bio-Pflanze handelt. 

 

2. Bio-Siegel nach EG-Öko-Verordnung


Dr. Grieger & Cie. Marktforschung fanden in einer Studie 2015 heraus, dass das bekannteste Bio-Siegel, das deutsche sechseckige Bio-Siegel ist, dass mehr als 90% der Befragten kennen. Dieses Siegel kann auf freiwilliger Basis zusätzlich zum verpflichtenden EU-Bio-Logo genutzt werden. 


Weitere Informationen zum Bio-Siegel erhaltet ihr auf der Website des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.


Wenn du also dieses Bio-Siegel im Pflanzenhandel findest, heißt das, dass die Bio-Pflanze auch die Ansprüche der EU-Öko-Verordnung erfüllt.

 

3. Siegel der Bioverbände Demeter, Bioland oder Naturland


Die Anbauverbände Demeter, Bioland oder Naturland haben noch etwas strengere Richtlinien als die EU-Verordnung für biologische Landwirtschaft. Sie garantieren einen besonders nachhaltigen Anbau.


Die Anbauverbände verlangen unter anderem, dass der Betrieb komplett ökologisch arbeitet; einzelne Betriebszweige (z.B. Tierhaltung) können nicht ausgenommen werden.


In der Demeter Richtlinie steht beispielsweise:

„ Eine hohe Grundversorgung insbesondere bei Topfpflanzen durch biologisch-dynamischen  Kompost  soll  den  Einsatz  von  Handelsdüngern  weitgehend  reduzieren.  Anzustreben  ist  eine  Produktion mit nachhaltigen und verrottbaren Materialien wie z.B. Papier, Flachs, Jute, Hanf,  Ton  oder  auch  kompostierbaren  bzw.  recycelbaren  Verbundstoffen.  Für  den  Torfanteil  in  ver- wendete Erden und Substraten sind Ausnahmen nur für z. B. Moorbeetpflanzen möglich.“ (S.72 Demeter Richtlinien 2021)



Bioland hat folgenden Absatz zu Kulturgefässen in seiner Richtlinie:  

„Anzustreben sind Kulturgefäße aus verrottbaren Materialien (z.B. Altpapier, Holzfasern, Flachs, Jute, Hanf), oder aus Ton. Kunststofftöpfe und -schalen müssen aus stabilem Material sein, die eine Mehrmalsverwendung ermöglichen, und sie müssen recyclebar sein. Gefäße aus PVC sind nicht zugelassen.“ (Richtlinie Bioland, S.37)


Naturland schreibt zum Boden- und Wasserschutz: 

„Exzessive Ausbeutung und Erschöpfung von Wasserressourcen ist nicht erlaubt. Wo möglich, wird Regenwasser aufgefangen und genutzt sowie die Auswirkung einer erforderlichen Wasserentnahme überwacht. Durch die Wassernutzung und andere Bewirtschaftungsmaßnahmen wird die Wasserqualität nicht wesentlich beeinträchtigt. Die Bewirtschaftung muss eine Versalzung von Boden und Wasser verhindern.“


Nachhaltige Produktion, aus integriertem Pflanzenanbau, naturnah, aus kontrolliertem Anbau: Sind das Bio-Pflanzen?


Wenn man liest, dass die Zierpflanze aus einer nachhaltigen Produktion kommt klingt das erst mal gut. Denn mit dem Begriff „Nachhaltigkeit“ verbindet man häufig einen Schutz der Umwelt. 

Tatsächlich gibt es aber keine anerkannte Definition für den Begriff „Nachhaltigkeit“. Auch wenn dieser unter ökologischen, sozialen und ökonomischen Aspekten diskutiert wird. 

Begriffe wie 'nachhaltige Produktion' sind nicht geschützt, das ist eine Nullnummer." (sagt Pestizid-Expertin Hölzel vom BUND)


Auch Bezeichnungen wie „naturnah", aus "kontrolliertem Anbau" oder "integriertem Pflanzenanbau" klingen positiv und sollen zum Kaufen animieren. Doch einen ökologischen Nutzen haben die Begriffe laut BUND nicht:

„Der Grund, warum solche irreführenden Bezeichnungen so beliebt sind, ist einfach: Diese Begriffe darf jeder verwenden, sie unterliegen keinen gesetzlichen Festlegungen. Wie genau der versprochene "kontrollierte Anbau" also funktioniert, entscheidet der Hersteller ganz allein. Genauso ist es beim "integrierten Pflanzenanbau", einer Formulierung, die lediglich eine Selbstverpflichtung zum Pflanzenschutz suggeriert. Eine unabhängige Kontrolle ist bei solchen Bezeichnungen nicht vorgeschrieben.“


Bezeichnungen wie „biologisch“, „Bio“, „Öko“ usw. dürfen keinesfalls für nicht biologische Erzeugnisse verwendet werden. Seit 1993 sind die Begriffe gesetzlich geschützt. Wer mit ihnen wirbt, muss die Vorgaben der EG-Öko-Verordnung erfüllen. Genauso ist es mit dem Aufdruck: Aus ökologischem Anbau. Hier könnt ihr bei der Pflanze auch von Bio-Qualität ausgehen, weil der Hinweis geschützt ist. 


Warum solltest du Bio-Zierpflanzen kaufen? 5 Gründe die dafür sprechen

  1. Beim traditionellen Pflanzenanbau kommen oft Pestizide zum Einsatz. Außerhalb Europas sind die Richtlinien für deren Einsatz, oft nicht so streng geregelt. Aber auch wenn es bei Zierpflanzen Bestimmungen für den Einsatz von Pestiziden bei der Produktion gibt, gibt es keine Grenzwerte für die Pestizidrückstände auf der Pflanze, wenn sie verkauft wird. Wenn du also in deiner unmittelbaren Wohnumgebung keine schädlichen Stoffe haben magst, greif zu Bio-Pflanzen.
  2. Pflanzen aus Bio-Züchtung sind umweltfreundlich, da Rohstoffe ressourcenschonend eingesetzt werden.
  3. Bio-Pflanzen sind robuster als Pflanzen aus einer traditionellen Züchtung. Öko-Pflanzen sind weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge und verfügen über ein starkes Wurzelwerk.
  4. Wenn die Nachfrage nach Bio-Pflanzen steigt,  haben die Züchter Gründe ihren Betrieb auf Bio umzustellen.
  5. Wenn dein Haustier oder Kind einmal in ein Blatt der Pflanze beißt, musst du dir keine Sorge darüber machen, dass es auch bei einer ungiftigen Pflanze giftige Stoffe (sprich Pestizidrückstände) in den Mund bekommen hat.